A Mass for Peace – Was für ein Projekt !

Ein kleiner Rückblick mit dem Abstand von einigen Tagen…

Als am Freitag, den 5.5., gegen 20h der letzte Akkord der zweiten Zugabe, des „Hallelujah“ von Leonard Cohen im langen Nachhall von St. Michael verklungen war und der „orkanartige“ (SZ) Beifall losbrandete, ging ein wirklich denkwürdiges Konzert zu Ende. Das ganze Projekt ist in diesem Moment noch nicht beendet, denn die Konzerte in Freiburg am 7.5. und in Versailles am 19.5. stehen noch aus, aber doch der Saarbrücker Teil.

The Armed Man - A Mass for PeaceSeit Beginn des Schuljahres hatten die Chöre und Orchester der drei DFG an „The Armed Man“ geprobt, waren der adäquaten musikalischen Realisierung immer näher gekommen. In Saarbrücken konnten sich die jungen SängerInnen und MusikerInnen wohl nicht so recht vorstellen, wie das Ganze dann klingen würde, bis die drei Ensembles zusammengesetzt wurden. Dafür fehlen im Chor die Männerstimmen, und auch das eigentlich stattliche Orchester war für einen Eindruck von dem, was kommen sollte, nicht vollständig genug. Vielleicht anders in Buc, wo in den letzten Jahren Orchester und Chor qualitativ und quantitativ ungeheuer gewachsen sind, und auch in Freiburg, wo der Chor den Jenkins auch alleine singen könnte.

The Armed Man - A Mass for PeaceDoch bevor wir die Ensembles zusammensetzen konnten, musste noch umfangreiche Organisationsarbeit geleistet werden. Man macht sich eigentlich keine Vorstellung davon, was da zu leisten ist; das wenigste davon kann man im Studium erlernen: Miete von Kirche und ungewöhnlichen Instrumenten, Plakatgestaltung, Presseinformation, Hotelbuchung für Busfahrer, Parkraum für vier Busse, Mittagessen für die Gäste und – und – und, vor allem aber die Herkulesaufgabe der Unterbringung der nahezu 200 Gäste in privaten Unterkünften. Hier sei noch einmal herzlicher Dank an Stephan Trenz und alle jene gesagt, die in z.T. extrem großzügiger Weise ihr Heim zur Verfügung gestellt haben. Ohne sie wäre das Projekt nicht möglich gewesen.

The Armed Man - A Mass for PeaceDann kamen die Gäste am Nachmittag des 3.5. an und die Proben konnten beginnen. Zunächst getrennt in Chor und Orchester. Im Orchester schien von Beginn an fast alles rund zu laufen, beim Chor deuteten sich schon mehr Schwierigkeiten an, die dann offenkundig wurden, als wir Chor und Orchester zusammensetzten. Da musste in mühseliger Arbeit an vielen Stellschrauben gedreht werden, vieles oft wiederholt werden, bis zur Erschöpfung geprobt werden. Und doch dachten wir noch bei der Einspielprobe 20 Minuten vor dem Konzert nicht, dass die richtige Balance gefunden wäre.

The Armed Man - A Mass for PeaceDas Konzert begann mit der schönen Einstimmung durch mehrstimmige Chorsätze des DFG-Unterstufenchors zusammen mit dem Chor der „Petite Ecole“, die den Grundstein für dieses Konzert legte. Was da stimmlich heranwächst, wird schon bald den DFG-Chor verstärken.

Dann kam der Jenkins. Von Beginn an hatte man den Eindruck, die ganze Kirche – Publikum wie Ausführende – sei in einer kollektiven Emotionalität vereint. Das Orchester spielte nicht nur richtig und gut, wie meist auch in den Proben, sondern auch noch so leise, dass der Chor vollkommen zur Geltung kommen konnte. Und der Chor wuchs über sich hinaus. Das ganze Ensemble bewegte das Publikum, wie es nur selten geschieht, und brachte die Botschaft der Toleranz und des Friedens so zum Klingen, dass viele Hoffnung auf eine bessere Zukunft schöpften. Ein – belegter – Kommentar der Mutter einer Schülerin lautete: „Ich war noch nie so stolz Mitglied dieser Schulgemeinschaft zu sein“.

Auch das Konzert in Freiburg verlief ähnlich erfolgreich und bewegend. Für das in Versailles am 19.5. hoffen wir das gleiche. Aber dann brauchen wir eine kleine Projektpause, bevor wir vielleicht in ca. drei Jahren das nächste starten.