Vorstellung des neuen Schulleiters Stefan Hauter

Stefan Hauter - Neuer Schulleiter am DFG SaarbrückenLiebe Schulgemeinschaft, liebe Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern,

unsere Herbstferien sind mir eine willkommene Gelegenheit, mich als den neuen Schulleiter des Deutsch-Französischen Gymnasiums Saarbrücken vorzustellen.

Bei der Prérentrée am 2. September hatten mich der Staatssekretär und der Leiter des für Gymnasien zuständigen Referates dem Kollegium vorgestellt und offiziell in mein neues Amt eingeführt. Inzwischen sind sechs sehr ereignisreiche Unterrichtswochen vergangen: erste Einblicke in den Alltag am DFG, zahllose Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, der eigene Unterricht, natürlich auch viel Verwaltungsarbeit, und dies alles leider begleitet von dem ständigen Krisenmanagement in Zeiten der Covid-Pandemie. Viele Schüler*innen haben sich bereits gefragt, wer denn nun auf Herrn Bächle gefolgt sei und viele hätten sich gewünscht, dass ich mich in den Klassen persönlich vorstelle. Dass ich dies noch nicht geschafft habe, bedaure ich mindestens so sehr wie meine Schüler*innen, und daher habe ich die folgende kurze Vorstellung geschrieben, bis ich dann hoffentlich bei allernächster Gelegenheit mit den Klassen aus diesem und jenem Anlass direkt ins Gespräch komme.

Ursprünglich stamme ich aus dem nahen Rheinland-Pfalz, nicht weit von der französischen Grenze. Dort konnte ich während meiner Kindheit und Jugend miterleben, wie die deutsch-französische Grenze, die mitten durch die Natur zwischen der Pfalz und Elsass-Lothringen verlief, im Zuge des europäischen Einigungsprozesses über die Jahre immer unauffälliger wurde und am Ende fast verschwand. Frankreich hatte schon immer eine große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Seine Sprache und Kultur, die Schönheit des Landes, das Aufspüren von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den zwei Nachbarländern, die trotz einer vielfach unterschiedlich verlaufenen Geschichte beide der europäischen Kultur der Aufklärung verpflichtet sind.

Nach dem Abitur verschlug es mich als Student der Biologie für viele Jahre nach Göttingen an das Nordende der deutschen Mittelgebirge, für einige Zeit auch in die USA und in den Süden Frankreichs, wo ich mein Biologiestudium mit einem Forschungsjahr zu ökologischen Themen verbinden konnte. Zurück in Göttingen studierte ich zusätzlich Romanistik auf Lehramt, absolvierte danach am Studienseminar in Mainz die praktische Lehrerausbildung und blieb dort noch eine Weile als Vertretungslehrer. Die nächste wichtige Etappe kam mit der Stelle am Warndt-Gymnasium in Völklingen-Geislautern, wo ich viele Jahre als Französisch- und Biologielehrer gearbeitet habe. Dieser Wechsel ins Saarland war für meine deutsch-französische Familie mit Lebensmittelpunkt in Sarreguemines die beste Lösung, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Nach weiteren acht Jahren in der Schulaufsicht, in der ich neben vielem anderen auch Themen rund um die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur beackerte, bin ich nun zu meiner großen Freude in der Halbergstraße angekommen.

Am Deutsch-Französischen Gymnasium ist es mir ein vorrangiges Anliegen, die hervorragende Arbeit meines Vorgängers fortzusetzen. Die unter seiner Leitung und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den französischen Schulleiter*innen umgesetzte Integration der französischen und deutschen Abteilung muss fortgesetzt, immer wieder neu belebt und in der täglichen Arbeit mit Schüler*innen sehr unterschiedlicher Sprachbiographien in die Tat umgesetzt werden. Natürlich kommen auch viele Herausforderungen auf uns zu, die neue Antworten brauchen: die Rolle der Weltsprache Englisch, die Digitalisierung, die pädagogische Unterstützung der Jugendlichen, die sich in einer komplexen und von Medien bestimmten Welt zurechtfinden müssen, und nicht zuletzt die globalen ökologischen Herausforderungen können und müssen an einer Schule sowohl im täglichen Unterricht als auch in anderen schulischen Zusammenhängen angegangen werden. Ich denke hierbei sehr aktuell auch an die Ermordung des französischen Lehrers in einem Vorort in Paris. Diese erschütternde Geschichte zeigt, wie wichtig die Rolle der Schule für den Erhalt einer auf Rationalität und Vernunft gegründeten offenen Gesellschaft ist.

Ich möchte mich an dieser Stelle für den offenherzigen Empfang durch alle Mitglieder der Schulgemeinschaft bedanken. Vom ersten Tag an fühlte ich mich aufgehoben. Man diskutiert offen und analysiert scharf, präsentiert zukunftsorientierte Ideen und ist bereit, hierfür viel Energie und Herzblut zu investieren. Ich spüre, dass spannende Jahre vor mir liegen und freue mich auf diese Zeit.

Stefan Hauter

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