Allgemeines
Die deutschen und französischen Schüler machen ein gemeinsames Abitur. Es ist ein Zentralabitur der fünf deutsch-französischen Gymnasien. Das Abitur setzt sich aus den Prüfungen der ersten Prüfungsgruppe und zweiten Prüfungsgruppe (mündlich) zusammen. Die Abiturnoten werden aus den Vornoten, den Ergebnissen der beiden Prüfungsgruppen, den Prüfungen in Sport und in fakultativen Fächern ermittelt.
Das deutsch-französische Abitur verleiht den Absolventen alle Berechtigungen, die mit dem deutschen Abiturzeugnis in Deutschland und dem Baccalauréat in Frankreich verknüpft sind. DFG-Absolventen brauchen vor Beginn eines Studiums in Deutschland oder Frankreich keine Sprachprüfung abzulegen, d.h. sie können sich direkt in den Universitäten einschreiben.
Die gesamte Abiturprüfung findet im Lauf der Terminale (12. Klasse) statt, es gibt also keine vorgezogenen Prüfungen wie etwa Französisch in Frankreich (Ausnahme: fakultative Prüfungen in Musik und Kunst und Teile von Sport).
Die Prüfungen
Erste Prüfungsgruppe:
Schriftliche Prüfungen in:
- Sprache der Abteilung (Muttersprache)
- Partnersprache
- 1. Vertiefungsfach
- 2. Vertiefungsfach
Mündliche Prüfung in einem Pflichtfach.
Aufgabenfelder
- Sprachlich literarisch künstlerisch: Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Kunst, Musik
- Gesellschaftswissenschaftlich: GW-Fächer, SES, Philosophie, Religion
- Mathematisch naturwissenschaftlich: Mathematik, Biologie, Chemie, Physik
Das mündliche Prüfungsfach muss so gewählt werden, dass die 5 Prüfungsfächer zusammen alle drei Aufgabenfelder abdecken.
Zweite Prüfungsgruppe:
Prüfungen sind nur möglich in den schriftlich geprüften Fächern. Der Prüfling wählt aus.
Prüflinge, die das Abitur noch nicht bestanden haben, können in maximal zwei Fächern geprüft werden (außer Partnersprache).
Prüflinge, die das Abitur bereits bestanden haben, können in maximal einem Fach geprüft werden (außer Partnersprache).
notenberechnung
Berechnung der Vornoten:
- Für alle Pflichtfächer, außer Sport: → Durchschnitt aller vier Halbjahresnoten.
- Für Sport und Wahlfächer: → Durchschnitt der besten drei Halbjahresnoten.
Berechnung der Prüfungsendnote (PEN):
Dies betrifft die 5 Prüfungsfächer der ersten Prüfungsgruppe.
Für die vier schriftlichen Prüfungsfächer gilt:
Partnersprache: PEN = schriftl. Prüfung · 0,5 + mündl . Prüfung · 0,5
Restl. Fächer: Es liegt nur eine schriftl. Prüfung vor: PEN = Note der schriftl. Prüfung
Restl. Fächer: Es liegt eine schriftl. und eine mündl. Prüfung vor :PEN = schriftl. Prüfung · 2/3 + mündl . Prüfung · 1/3
Für das fünfte mündliche Prüfungsfach gilt: PEN = Note der mündl. Prüfung
Mündliche Prüfung in der Partnersprache
Eine mündliche Prüfung in der Sprache des Partners – obligatorisch für alle Kandidaten – ist Bestandteil der Prüfungen der sogenannten ersten Prüfungsgruppe.
Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote
Koeffizienten:
- Alle Prüfungsendnoten erhalten den Koeffizienten 4.
- Die Vornoten der beiden Vertiefungsfächer erhalten den Koeffizienten 3.
- Alle Vornoten der übrigen Fächer erhalten den Koeffizienten 2.
Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote (GDN):
𝐺𝐷𝑁 = Summe aller Vornoten und Prüfungsendnoten unter Berücksichtigung der Koeffizienten geteilt durch die Summe aller Koeffizienten
Die fakultativen Prüfungen
Sie können in zwei Fächern abgelegt werden. (In drei Fächern, falls der Kandidat durch ein ärztliches Attest vom Sportunterricht befreit ist). Um eine dieser Möglichkeiten wahrnehmen zu können, muss das betreffende Wahlfach vor dem Abitur drei Jahre lang belegt worden sein.
- Kunst
- Musik
- Latein
- andere moderne Sprachen (Spanisch, Italienisch)
- Religion
- Informatik
Bedingungen für die Zuerkennung des Abiturs
a) Die Gesamtdurchschnittsnote ist mindestens 10 und keine Vornote ist kleiner oder gleich 4.
b) Die Gesamtdurchschnittsnote ist mindestens 10 und die Abiturnote ist in mindestens 3 der 5 Prüfungsfächer mindestens 10. (in mindestens einem Vertiefungsfach muss die Abiturnote mindestens 10 sein)
Mehr als ABI-BAC!
Der wesentliche Unterschied zu dem so genannten „ABI-BAC“ besteht darin, dass die Schüler der Deutsch-Französischen Gymnasien in ihrer Schule neben sprachlichen Kompetenzen auch und vor allem interkulturelle Kompetenzen erwerben, da sie ja täglich mit Schülern und Lehrkräften aus dem Nachbarland zusammen lernen und arbeiten. An ABI-BAC-Schulen erteilen üblicherweise keine Muttersprachler den bilingualen Unterricht in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern. An den Deutsch-Französischen Gymnasien werden darüber hinaus auch die Naturwissenschaften, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften in der Sprache des Nachbarn unterrichtet und zwar von muttersprachlichen Lehrkräften!
DFG-Absolventen brauchen vor Beginn eines Studiums in Deutschland oder Frankreich keine Sprachprüfung abzulegen, d.h. sie können sich direkt in den Universitäten einschreiben.