Geschichtsprojekt «Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken — Einwanderung und Auswanderung, Vertreibung, Flucht und Exil damals und heute»

interkulturelle wochenEin Beitrag aus dem Unterricht Deutsch Partnersprache der Klasse Première S des Deutsch-Französischen Gymnasiums (DFG) für die Ausstellung im Rahmen der Saarbrücker interkulturellen Wochen vom 20.09.–04.10.2009 in Kooperation mit dem Dekanat Saarbrücken und dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) der Stadt Saarbrücken.

Projektleitung:

Nil Berber (ZIB) und Gisela Platz (DFG)

Projektbeschreibung:

Das Projekt ist eingebettet in das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.“ Angesprochen werden sollen insbesondere Kinder und Jugendliche, rechtsextremistisch gefährdete junge Menschen, Migrantinnen und Migranten sowie Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte und die lokalen Meinungsbildnerinnen und Meinungsbildner vor Ort.

Hierbei beteiligt sich auch der Regionalverband Saarbrücken mit einem lokalen Aktionsplan. Bei dessen Ausschreibung für die Förderung von Projekten zu diesem Thema hat sich auch das Dekanat Saarbrücken in Kooperation mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) beworben und für das Projekt „Startpunkt –Zielpunkt Saarbrücken. Einwanderung und Auswanderung, Vertreibung, Flucht und Exil damals und heute. Ein Geschichtsprojekt mit Jugendlichen“ den Zuschlag erhalten.

Ziel des Projekts, dessen Laufzeit mit der Abschlusspräsentation im Rahmen der interkulturellen Wochen (20.09.-04.10.) 2009 endet, war es, das gemeinsame geschichtliche Erbe unserer heute so vielfältigen Bevölkerung – gerade auch der Stadt Saarbrücken mit über 160 vertretenen Nationen – sichtbar zu machen und darüber in den Dialog einzutreten. Es soll für die Themen Migration und Flucht sensibilisieren und Ursachen und Hintergründe sichtbar machen. Hierfür wurden unterschiedliche Jugendliche zusammengebracht, Jungen und Mädchen, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, mit unterschiedlicher Religionszugehörigkeit…

Diese haben dann in verschiedenen Arbeitsformen (Projektwoche, Exkursion, Unterrichtseinheiten, Workshops..) verschiedene Themenfelder („Vertreibung, Flucht und Exil im Dritten Reich“, „Gastarbeiter“, „Flucht und Asyl“, „Heimat und Identität“…) bearbeitet. Dies geschah durch unterschiedliche Methoden, wie Zeitzeugenbefragungen, Interviews, Anti-Diskriminierungstrainings u.a. und die letzliche mediale und/oder künstlerische Aufbereitung des gesammelten Materials, das in Form einer Ausstellung während der o.g. interkulturellen Wochen präsentiert werden wird.
Eine herausragende Stellung kam hierbei dem Deutsch-Französischen Gymnasium Saarbrücken zu, das einen hervorragenden Beitrag zu dem Projekt geliefert hat.

Im Rahmen des Unterrichts Deutsch Partnersprache wurde Anfang 2009 in der Klasse Seconde S (jetzige Première S) mit der Projektarbeit begonnen. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse stammen vorwiegend aus Lothringen, weisen aber selbst sehr unterschiedliche Migrationshintergründe auf, deren Erhellung zum Verständnis des kulturellen Pluralismus unserer Grenzregion einen wichtigen Beitrag leisten kann. Bei der „Spurensuche“ nach den eigenen Wurzeln ergaben sich schnell vier thematische Schwerpunkte, die in Gruppen bearbeitet wurden:

  • Migrationsgeschichte(n) meiner Familie
  • Meine Sprache ist das Lothringer Platt
  • Was heißt Heimat für mich?
  • So lebten meine Großeltern

Die Arbeit am Projekt fand neben intensiver Hausarbeit 14tägig in einer Doppelstunde während des Unterrichts statt, wo die Schülerinnen und Schüler auch Gelegenheit hatten, sich von den Projektleiterinnen wie auch zeitweise von den bei der Ausstellung involvierten Künstlerinnen inhaltlich, sprachlich, technisch und künstlerisch beraten zu lassen. Das Engagement und das Interesse der Schülerinnen und Schüler erwiesen sich als überdurchschnittlich groß, so dass am Ende vielfältige multimediale Produkte entstanden sind, die sich in der Ausstellung absolut sehen lassen können: Neben audio-visuellen Computerpräsentationen, fotounterstützter Hörproben von Dialektsprechern, Gedichten, Fotos, Briefen werden auch eine simulierte Landkartenreise, eine „Vergangenheitsspirale“ wie auch eine eigens erstellte Zeitung zu sehen sein.

Eröffnet werden die Interkulturellen Wochen am 20. September 2009 um 18.00 Uhr.

Die an der Ausstellung beteiligten Schülerinnen und Schüler sind:

Première S1/ BC: GABRIEL, Camille / GUILLOT, Frieda
Première S2 / BC: ALLAB, Mélissa / ANDRE, Erwan / GÜL, Aylin / MERTES, Perrine / WENDELS, Sophie
Première S2 / MP: ERNY, Sarah / GILLESPIE, Susan / JAMANN, Hélène / NIEDERLÄNDER, Jérémy / PAROLIN, Quentin / PINK, Joris
Première S3 / BC: HUG, Morgane
Ebenso auch: ABOU ISSA, Aya, die leider wieder nach Ägypten zurückkehren musste…