Schriftsteller Philippe Claudel zu Besuch am DFG

 Am Freitag, 27. November 2015, wurde den in Französisch Partnersprache unterrichteten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe Terminale die große Ehre zuteil, den französischen Bestsellerautor Philippe Claudel treffen zu dürfen.

Da sein Roman Le Rapport de Brodeck für die mündliche Abiturprüfung im nächsten Jahr auf dem Lehrplan steht, hat Laurence Wollny als eine der in den Abiturklassen unterrichtenden Französischlehrerinnen den Besuch des bekannten Schriftstellers am DFG organisiert, um ihm so die Möglichkeit zu geben, seine Leidenschaft für die Schriftstellerei zu vermitteln und den Schülern die Chance zu eröffnen, Fragen zum Roman zu stellen. Darüber hinaus dürfte für den Großteil dieser germanophonen DFG-Schüler die Begegnung mit einem französischen Autor eine neue Erfahrung gewesen sein.

Nach gespanntem Warten des jugendlichen Publikums stellte sich Philippe Claudel fast zwei Stunden lang spontan und offenherzig den verschiedensten Fragen. Dabei sprach er über seine lothringischen Wurzeln, seine ersten Schritte als Schriftsteller und seine Beweggründe beim Schreiben des Romans Le Rapport de Brodeck. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr beeindruckt von der Ehrlichkeit und dem Detailreichtum seiner Antworten, die nie „langweilig“ waren, wie ein Schüler der Klasse TS1 es ausdrückte. Sie konnten auch einen Einblick darin erhalten, wie der Autor seinen Beruf versteht und ausübt. Dabei fiel den Schülern besonders positiv auf, dass er trotz seiner Berühmtheit sehr zugänglich geblieben ist. Überrascht zeigten sie sich auch darüber, was beim Erschaffen eines Werks Berücksichtigung findet, wie etwa der auf mysteriöse Weise in einem Traum erschienene erste Satz des Romans, Bezüge zu Western und Mythologie sowie Kindheitserinnerungen und Gelesenes aus der eigenen Kindheit. Ähnlich erstaunt waren die Anwesenden darüber, dass ein Autor sich derart von seinem Werk lösen kann, dass er einige Details vergisst. Schließlich wurden auch aktuelle Ereignisse angesprochen, die jeden bewegen, denn schließlich lassen sich das besprochene Werk oder auch tragische Ereignisse auf eine zentrale Frage zurückführen: Wie handelt man, wenn alles unmenschlich wird?

Die Begegnung war also ebenso sympathisch und warmherzig wie lehrreich. Was kann man mehr verlangen? Nicht alle Schüler haben das Glück, den Autor des Buches zu treffen, das sie zur Abiturvorbereitung durchnehmen!

Die Lehrkräfte der Klassen Terminale in Partnersprache Französisch danken der Schulleitung und dem Schulverein ALFA für die Unterstützung dieses tollen Projekts.

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